26.08.2018

Klusenfeier am Sonntag 26. August 2018

Kategorie: Propsteipfarrei
Propsteipfarrei

Start der Prozession ist um 9.30 Uhr an der Frankenstraße / Ecke Berenberger Mark. Die Eucharistiefeier beginnt um 10.00 Uhr an der Kapelle; Prediger ist in diesem Jahr Dompropst Thomas Zander.

Abgeschieden im Stadtwald Baldeney gelegen gibt es eine Kapelle, die Klusenkapelle. Kluse bedeutet Einsiedelei – an dieser Stelle gibt es seit uralter Zeit eine Einsiedelei zu der eine Kapelle gehört, die Klusenkapelle. Um diese Einsiedelei und die Klusenkapelle ranken sich Geschichten, aber wirklich Genaues weiß man über ihre Ursprünge nicht. Man weiß, dass die Kapelle schon vor 1300 existiert hat, eine erste urkundliche Erwähnung gibt es von 1359. Aber weshalb ist diese Einsiedelei entstanden? Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass diese Einsiedelei eine Art „Karantäne-Station“ war, als die Pest im Jahre 1505 durch unser Gebiet zog. Es gibt aber auch ältere Geschichten -  schaurige Geschichten: Ein Kölner Erzbischof mit Namen Engelbert wurde auf seiner Rückeise von Soest nach Köln am 07.11.1225 bei Gevelsberg überfallen und erschlagen. Der Mörder war ein Graf von Isenburg. Dessen Motiv war Streit mit Köln um Geld und Macht. Diese Tat brachte das ganze damalige Reich auf und fand u.a. hier ihren Niederschlag: Eine nahe Verwandte des Mörders war über diesen Mord zutiefst erschüttert und beschloss, hierfür Sühne zu leisten. Sie ließ sich einschließen und verbrachte den Rest ihres Lebens wie eine Gefangene. Ort des Geschehens: die Klusenkapelle. Wer sich heute dort aufhält, dem scheint derart Schauriges merkwürdig weit entrückt zu sein. Denn dieser geweihte Ort, dieses  urwüchsige Bauwerk aus Ruhrsandstein, fernab im Wald, mitten in der Natur, läßt bei uns heutzutage ganz andere Empfindungen aufkommen: Ruhe – Harmonie -  Erwartung. Weshalb die Kluse historisch entstanden ist, wird unwichtig. Wir spüren, dass die Kluse als Ort der Spiritualität entstanden ist.

Geweiht worden ist die Klusenkapelle dem heiligen Aegidius. Dieser Heilige ist uns heute vielleicht nicht mehr geläufig, war aber im Mittelalter einer der populärsten Heiligen. Als einer der 14 Nothelfer wurde und wird seine Fürbitte angerufen bei Pest, Aussatz und Krebs, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Fallsucht, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit von Mensch und Tier. Und er gilt als Beistand einer guten Beichte und Vergebung.

A propos Feuersbrunst: In der Nacht vom 26. auf den 27.10.2009 brannte das Gaststättengebäude „Zur Kluse“ ab. Die in unmittelbarer Nähe befindliche Klusenkapelle überstand dieses Desaster völlig unbeschädigt.