Ludgerus-Bruderschaft

303 Jahre  Ludgerus-Bruderschaft in Werden  

-   nicht antik, sondern modern!-   

Die Ludgerus-Bruderschaft  ist eine engagierte Glaubens- und Aktionsgemeinschaft von  Frauen und Männern  mit einem großen Freundeskreis. Männer und Frauen von Anfang an! Bestätigt wurde das am 15. Januar 1712 durch Papst Clemens XI. mit einer UrkundeAm 27.08.1710 gründete Abt Coelestin von Geismar die Ludgerus-Bruderschaft. So wird es in den Werdener Annalen von B. Jacobs berichtet. Solche Bruderschaften waren damals Gemeinschaften aktiver Christen, gegründet, um Pfarrgemeinden zu aktivieren und dem Glaubensleben neue Impulse zu geben. Papst Clemens XI. schenkte der Bruderschaft  eine kostbare Elfenbeinkette und ermächtigte den „Bruderschaftsmeister“, diese in Ausübung seines Amtes zu tragen. Das kostbare Schmuckstück befindet sich heute im Besitz der Gemeinde St. Ludgerus und ist in der Werdener Schatzkammer zu sehen.Im Laufe dieser drei Jahrhunderte gab es Phasen großer Lebendigkeit, aber auch Phasen des Niedergangs. Im Leben und Wirken der Bruderschaft spiegelte sich auch die Geschichte der Ludgerusgemeinde und der Kirche in Deutschland wieder, so nach den Wirren der franz. Revolution, der Säkularisation und den napoleonischen Kriegen.Ähnliches ist aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts dokumentiert:
Nach den negativen Auswirkungen des Kulturkampfes (1871-1887) bestand die Ludgerus-Bruderschaft im Jubiläumsjahr 1910 aus einer  einmaligen Mitgliederzahl von 500 Frauen und Männern. Pfarrer Gisbertz schrieb am 02. November 1909 an das Generalvikariat Köln von einem großen Aufschwung der Bruderschaft und den wichtigen Impulsen für die Ludgerusgemeinde.
1960 erging von Kaplan Brinkrolf im Auftrag von Dechant Bruno Jungmann an die Ludgerus-Bruderschaft die Bitte, eine Kirchenwache in unserer Pfarrkirche zu organisieren, damit dieses großartige Gotteshaus auch nachmittags geöffnet bleiben könne. Die Bruderschaft übernahm diese Aufgabe damals selbstverständlich und führt sie bis auf den heutigen Tag gerne aus.Die Kirchenaufsicht hat sich inzwischen zu einem wichtigen Dienst in der Gemeinde entwickelt. Damit ermöglicht die Ludgerus-Bruderschaft, dass unsere Basilika auch an Werktagen einladend geöffnet bleiben kann.
Für die Aufsichtsführenden ist die Zeit des Wachens zugleich eine Chance zu persönlichem Gebet, nicht zuletzt in der Intention, wie sie die erwähnte päpstliche Urkunde beschreibt: des Gebetes „sub invocatione Sancti Ludgeri“.Die päpstliche Urkunde von 1712 nennt als zentrale Aufgaben für die Ludgerus-Bruderschaft Werke der Frömmigkeit und Nächstenliebe. Der wichtigste Dienst der gemeinsamen Frömmigkeit ist die Eucharistiefeier im Gedenken an den hl. Ludgerus an jedem Mittwochmorgen in der Krypta der Basilika. „Die Kluftmesse war immer“, sagen die „Alten Werdener“. Sie ist die wunderbare spirituelle und sakramentale Tradition der Ludgerus-Bruderschaft von Anfang an. Die Messe ist stets gut besucht, wird lebendig mitgefeiert und schließt in der Regel mit dem Ludgeruslied.